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12.01.2010 - Studie der HIS zu den Ursachen von Studienabbrüchen: Studienabbruchquote – Deutschland unter OECD-Durchschnitt, aber noch viel zu tun!
Heute veröffentlichte die Hochschul-Informations-System GmbH – kurz HIS –ihre Untersuchungsbefunde zu den Ursachen des Studienabbruchs in Deutschland. „Mit einer Studienabbruchquote von 21 Prozent liegt Deutschland zwar im unteren Mittefeld der OECD-Staaten, doch vor dem Hintergrund des schon heute in vielen Bereichen vorherrschenden Fachkräftemangels kann uns auch diese Zahl nicht zufriedenstellen“, so die saarländische CDU-Bildungspolitikerin Anette Hübinger, MdB. Das Fazit der Studie fällt für die „neuen“ Studiengänge (Bachelor/Master) sehr unterschiedlich aus. Während in den Geisteswissenschaften eine signifikante Abnahme der Studienabbrüche zu verzeichnen ist, muss in den Naturwissenschaften der gegenläufige Trend zur Kenntnis genommen werden. Hübinger stellt zur aktuellen Erhebung heraus: „Vor diesem Hintergrund ist es sehr hilfreich, durch die HIS wissenschaftlich fundierte Daten an die Hand zu bekommen, damit von Seiten der Politik gegengesteuert werden kann.“

Die Motive für einen Abbruch sind sehr vielfältig, lassen sich aber an drei großen Schwerpunkten festmachen. So fühlen sich viele Studierende den Anforderungen des Studiums nicht mehr gewachsen und des Weiteren brechen Studierende oft das Studium wegen nichtbestandener Prüfungen ab. Finanzielle Schwierigkeiten – dazu zählen sowohl die Sicherung des Lebensunterhalts als auch die Vereinbarkeit von Studium und Beruf – sind weitere Ursachen für Studienabbrüche. Anette Hübinger dazu: „Die schwarz-gelbe Koalition steuert dieser Entwicklung bereits entgegen. Dies wird aus dem vorliegenden Entwurf zum Bundeshaushalt 2010 deutlich. So ist eine weitere BAföG-Erhöhung geplant, ein neues Stipendienprogramm wird auf den Weg gebracht und es werden stärkere Anstrengungen im Bereich der Vorbereitung von jungen Menschen auf das Studium unternommen.“

„Alle diese prägenden Faktoren sind auch Kritikpunkte, welche mehr oder weniger auch mit der Bologna-Reform und den damit verbundenen neuen Studiengängen in Verbindung gebracht werden. Die geplante Reform der Bachelorstudiengänge kann somit auch zu einer Reduzierung der Studienabbrecher führen. Dies muss unser Ziel sein bzw. diese Chance muss von allen Beteiligten genutzt werden. So müssen die Leistungsanforderungen eines Studiengangs realistisch auf die neuen Abschlüsse zugeschnitten werden, die Prüfungsdichte muss verringert werden und die zeitliche Ausgestaltung eines Studiums muss Auslandsaufenthalte und gegebenenfalls auch einen Nebenjob zur Sicherung des Lebensunterhalts zulassen", so die CDU-Abgeordnete Anette Hübinger, die Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung ist.